Hand der Woche 14/2017

Hand 11 Teamturnier im Uniclub vom 3. April 2017

West blickt auf ein starkes Blatt und seine Überlegung, wie die Reizung geschickt angelegt werden könnte, wird von Süds 3 Pik-Sperrgebot jäh unterbrochen. Welche Optionen hat man überhaupt?

1. 3 SA – Wenn die Karos nicht zum Laufen kommen, kann man den Kontrakt wahrscheinlich vergessen. Außerdem würde ein Karoschlemm – Partner hat ’ne ungepasste Hand – wohl begraben werden.

Boardnummer: 11 Teiler: Süd Gefahr: Keiner
  
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KB1074
5
B8752
A4 105
AD 6532
KDB974 A863
A63 K94
KDB9863
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D10

2. Wie sieht’s mit 4 Karo aus? Schlecht! Das sieht nicht stark aus und außerdem bedeutet es im System mit meinem Partner, dass ich 5-5 in Karo und Coeur verteilt bin (‚Non-Leaping-Michaels‘).

3. Also gleich 5 Karo? Dafür bin ich eigentlich auch zu stark. Bleibt

4. Kontra. Gesagt, getan hört man vom Partner 4 Coeur (was sonst!) und jetzt muss mit 5 Karo die Hand fertig beschrieben werden. Tatsächlich hebt Partner die Farbe auf 6 und man hat bis dahin ein gutes Gefühl. Pik 7 wird angegriffen und Ernüchterung macht sich breit. Partner bringt Trumpfass und einen Seitenkönig (Treff) mit. Die Hebung ist also angemessen. Leider haben wir in Treff und Pik ein Spiegelblatt. Man braucht den erfolgreichen Coeurschnitt, das wäre der 11. Stich, und zusätzlich einen Squeeze oder ein Endspiel.

Also wird erstmal der Pikstich gewonnen (schützt gegen Schnapper bei 8er Pik), Karokönig, Karoass und dann klein Coeur zur Dame, verloren an den König. Jetzt geht’s nur noch um den Schönheitspreis . Es folgt Pik und nun wird am Besten Treff gespielt (Coeur tut auch nicht weh). Den Stich gewinnt man in der Hand, zieht Coeurass, geht in Karo zum Tisch, sticht dann 1 Coeur und zieht 2 Karos. Auf den letzten Karo ist Nord im Coeur-Treff-Squeeze. Das klappt auch, wenn Süd ursprünglich einen 3er Coeur hatte. Der Squeeze ist nun nur dann nicht zu realisieren, wenn Süd mehr als 2 Treffkarten hat (mit mindestens der 10 an der Spitze).

In SA sähe die Sache etwas anders aus: Um die Chance auf 11 Stiche zu wahren, duckt man den Angriff und gewinnt das Rückspiel. Der Coeurschnitt wird ebenfalls versucht (und man hofft inständig, dass Süd nicht mal mit ’nem 6er Pik auf 3er Stufe gesperrt hat!). Man spielt dann analog zum Spielplan wie im Karokontrakt, nur dass man das 3. Coeur nicht stechen kann. Danach ist man darauf angewiesen, dass Süd keinen 3er Coeur und keinen 3er Treff hat. Die Chance, 11 Stiche zu machen, ist also im Farbkontrakt etwas besser.

Wenn nicht Pik, sondern Treff ausgespielt wird, gibt’s witziger Weise viel größere Komplikationen. Man nimmt den Angriff in der Hand und spielt sofort klein Pik. Süd nimmt und sollte nun Treff oder Coeur fortsetzen, denn nach Pik kommt es zur oben beschriebenen Situation. 1. Trefffortsetzung – West nimmt am Tisch und hat nach Abzug von 5 Karos noch Coeurass, -dame, klein Karo und 1 Treff. Nord hat noch Coeurkönig, -bube und 2 Treffs. Die letzte Karokarte liefert Nord ans Messer: Er kann nur den Coeurkönig blank stellen oder sich in Treff endspielen lassen. 2. Bei Coeurfortsetzung wird’s noch enger. Jetzt muss das Ass eingesetzt werden, sonst droht seitens Nord Trefffortsetzung, was die Kommunikation für einen späteren Squeeze zerstören würde. Nach Abzug von 5 Karos und Pikass ergibt sich nun folgende Konstellation: W: Coeurdame, 1 Karo  und 2 Treffs, Nord: Coeurkönig, -bube, Treffbube und klein Treff. Ost hat noch Coeur XX und Treffkönig, -9. Wirft Nord auf den letzten Karo ein Treff weg, wirft Ost ein Coeur und macht noch 2 Treffstiche. Wirft Nord nun aber Coeurbube, entsorgt Ost 1 Treff und der AS setzt mit Coeur zu Nords König fort und Ost macht den Rest.
Merlin hatte wieder Recht. Übrigens wären 10 Stiche das Maximum gewesen, wenn Ost SA gespielt und Süd Coeur(!) angegriffen hätte. KS

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