Hand der Woche – Tretmine

Vor vielen Jahren, als die Gummistiefel noch aus Holz waren und beim Bridge Karten mit der Hand gemischt wurden, ertappte ich zwei Spieler, die in der Aussetzrunde Boards mischen sollten, dabei, dass sie stattdessen „interessante Verteilungen“ von Hand steckten. Ich habe ihnen damals gesagt, das sei verboten.

Die Beiden erklärten mir ahnungslos, sie hätten doch keinen Vorteil davon, denn sie würden diese Boards ja gar nicht spielen. Ich habe ihnen versucht zu erklären, dass man Boards so stecken könne, dass nur starke Spieler geschädigt werden und man damit seine eigenen Chancen auf die vorderen Plätze verbessern könne. Ich glaube nicht, dass die Beiden mich verstanden haben.

Diesmal hat die Dupliziermaschine eine solche Tretmine produziert, die darauf lauert, dass man seine Chancen genau bestimmt.

Board 6
Teiler: Ost, Gefahr: alle
3
87432
K863
854
A765 D8
AB D1095
A97 1042
AK109 DB63
KB10942
K6
DB5
72

Süd eröffnete mit einem Weak 2 in Pik, worauf West dann mit 3 SA Alleinspieler wurde. Nord spielte Pik 3 aus, West gewinnt den Stich mit dem Ass und muss zusehen, dass er neun Stiche bekommt, ohne das Süd zu Stich kommt.

Kein Problem: Man geht zur ♣ Dame , schneidet zum Buben, zieht das Ass ab und hat 4 Treffs, 4 Coeurs und zwei Asse. Kinderleichte 10 Stiche.

Und wenn der Coeur König nicht sitzt, dann sind es eben 9.

Dennoch sind einige gefallen, die diesen kinderleichten Plan anscheinend nicht gewählt haben.

Und das ist kein Fehler!

Nehmen wir mal an, der König fällt weder in der ersten noch in der zweiten Runde.

Dann hat der Alleinspieler erst 2 -Stiche. Er kommt zwar mit ♣Bube  zum Tisch, aber die Coeurs sind noch nicht hoch. Also hat man jetzt nur noch zwei Coeur-Stiche, und kann 3 SA nicht mehr erfüllen. Letztlich funktioniert der kinderleichte Plan nur, wenn der König single oder double steht. Und das hat eine Chance von mageren 16%.
Süd hat bei seinem Weak two 6 Piks und wahrscheinlich keine 4 Coeurs.
In etwa 80% der Fälle wird daher Nord den König haben, und dann kann man immer erfüllen, wenn man sofort Ass und Bube spielt. Jetzt kommt man noch zweimal zum Tisch; einmal um den König herauszutreiben, und einmal um den dritten Coeur zu kassieren. Nur in den mit 10.5% ziemlich seltenen Fall, das Süd den Double König hat, greift man mit diesem Plan voll in …..

Wer dagegen jeden Schnitt spielt, den er sieht, wir diese Klippe locker umschiffen.

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