Bridgemaster Hand im echten Leben

In 4. Position, keiner in Gefahr, hast du:
AKD73
3
D762
AK5,
keine schlechte Hand, und die Reizung beginnt von deinem Links wie folgt:
1K – P – 1C – 1P
2T – 2P – p – ?
Eine Länge in einer Farbe des Linkengegners ist immer ein Problem (Dummy kann leicht überstochen werden), und Partner kann manchmal 2P reizen ohne volle Werte, und das ist ein Paarturnier, aber 18 sind 18 und man kriegt den Vollspielbonus auch bei Matchpoints. Deine 4P Reizung wird ausgepasst.

West spielt Karo Ass+König aus und Dummy, obwohl er keine 6 Punkte hat, bringt immerhin etwa 2 Stiche:

964
A87652
104
98 

AKD73 
3
D762
AK5

Ost zeigt ein Doubleton (8, 3) und West hört nicht auf – sie spielt die Karo 5 am 3. Stich. Was machst du?

Die ersten 3 Stiche waren sehr freundlich zu uns (wir gehen -1 oder -2 nach zB Trumpfausspiel oder Trumpfswitch), auch wenn es auf ersten Blick nicht so scheint. Wir werden jetzt nur zwei Karos verlieren plus wird Ost Dummy jetzt überstechen. Manchmal hat West BT bzw BTx, also wir können jetzt ruhig die Trumpf 9 spielen. Kein Problem, oder?

Doch gibt es ein Problem! Obwohl West erst Karos und dann Treffs gereizt hat, heißt das nicht, dass die Treffs nich länger sein können, als die Karos. Nachdem Ost die Pik 9 mit der Pik 10 übergetrumpft hat, hat sie auch den Treffschnapper übergetrumpft.

Die ganze Hand sah so aus:

image.png

War das nur Pech oder hätte ich was tun können? Ich hätte am 3. Stich statt Pik 9 (oder kleines Pik – beide waren falsch) treff abwerfen sollen. Das ist ein Beispiel der „loser on loser“ Techniks. Wenn Ost das Karo sticht, kann ich später sicherer ein Treff im Dummy stechen. Wenn Ost verweigert, das Karo zu stechen, kann ich ein Treff in Dummy stechen und Ost kann nur von seinem natürlichen Trumpfstich überstechen. Später brauche ich keinen Karoschnapper in Dummy mehr.

Und West, war sie chancelos nach Karo Ass-König? Auch nicht. Statt Karo 5 zurückzuspielen wäre Karo Bube oder 9 besser gewesen. Wenn ich dann Treff 9 oder 8 abwerfe, kann Ost meinen Manöver spiegeln und selber Treff abwerfen. Loser on loser on loser!

Eigentlich war West alles außer „chancelos“ beim 3. Stich: alle Karten außer Karo 5 (die vielleicht logisch aussieht) leiten zu einem undramatischen -1. Wenn sie Pik, Coeur, oder Treff spielt, kann ich weder Treff, noch Karo im Dummy stechen, denn Osts Trümpfe sind groß genug und lang genug. Genau, wie in vom Klaus geposteteten Board, „automatisch“ an Partner den Schnapper anbietet führt zum Schmerz 🙂

Die Frage ist, soll ich echt so „safe“ spielen? Ich glaube, die Antwort ist ja. Obwohl diese „Bridge Master Aufgaben“ oft nicht für MP-Turniere anwendbar sind („Safety Plays“ kosten öfter Überstiche, z.B. hier könnte West JT in Pik haben), hier handelt es um ein ganz knappes Vollspiel und nur ein sehr kleine extra Chance für einen Überstich. Mann könnte vielleicht sagen, dass West „nie“ 6-5 in den Unterfarben hat nach ihrem Pass, aber das wäre ipso facto falsch – sie hat ja gepasst.

Für weitere Analyse habe ich die Hand hier hochgeladen:

https://tinyurl.com/y2jjvtju


Zwei knifflige Verteidigungen

Hand 1

Die Reizung, beginnend bei Partner:

1 Treff* – 4 Treff** – X*** – alle passen

*nat. wie in Forum D

** Natürlich

*** Negativ

Man hält: Pik D1042, Coeur A9652, Karo K64, Treff 2

Als Angriff wird Pik 4 gewählt, der Dummy erscheint:

Pik KB63, Coeur 873, Karo B9753, Treff 6

Der Angriff läuft zur 9(!) des Alleinspielers und dieser setzt mit Treffass, -dame fort, die Partner mit König übernimmt. Der spielt nun Coeurdame, übernommen von König und Ass. Es folgt Karokönig, der den Stich macht und Partner markiert positiv. Was nun? Muss man raten, ob der Faller jetzt in Karo oder Coeur abgezogen werden kann? Wenn man sich falsch entscheidet droht, dass der AS seinen Verlierer (in der realistischen Annahme, dass AS eine 3 – 1(2) – 2(1) – 7 Verteilung hält) auf die 4. Pikrunde (Ass und Schnitt gegen die Dame) entsorgen könnte.
Nein. man muss nicht raten, Denn mit einem 4er Karo hätte Partner diese Farbe eröffnet. Der AS muss also 2 Karos haben.

Der AS hatte: Pik A97, Coeur K, Karo 108, Treff ADB10987. Hier die ganze Hand (Viertelfinale DBV-Pokal-Viertelfinale Dg 2 Bd 15) .

Hand 2

Man hält auf Süd Pik 109, Coeur AB8654, Karo 753, Treff B7 und eröffnet mit leichten Bedenken in 2. Hand 2 Coeur. West reizt 2 Pik, Partner auf Nord 3 Treff, non-forcing, Ost sagt 3 Pik und West sagt das Pik-Vollspiel an.

Partner greift mit Coeur 2 an und der Dummy kommt runter:

Pik B42, Coeur KD107, Karo D94, Treff 652

Es ist offensichtlich, dass Partner mit einem Singleton angegriffen hat, nachdem vom Tisch die Dame geordert wurde und der Stich mit dem Ass gewonnen wird. (Vereinbarte Ausspiele: 1., 3., 5.)

Es sieht völlig normal aus, jetzt Partner einen Schnapper zu geben. Sobald aber dieses Vorhaben umgesetzt wird, ist der Kontrakt nicht mehr zu schlagen. Partners Blatt sieht nämlich folgendermaßen aus:

Pik 7, Coeur 2, Karo KB1062,Treff AD10984. Er ist beim aktuellen Kartenstand (Bd 26) endgespielt. Der Clou ist, dass durch Verstechen eines kleinen Trumpfsingletons dem Gegner der Kontrakt geschenkt wird. Das hat doch was. Kommt nicht alle Tage vor!

Wenn in Stich 2 stattdessen Treff gespielt wird, nimmt Partner seine 2 Treffstiche und geht in Trumpf vom Stich und macht später noch einen Karostich für den Faller.

DBV-Pokal – Finalrunde erneut erreicht

Am 12. / 13. Oktober wurden die Achtel- und Viertelfinals im Vereinspokal ausgetragen. Dabei traten die Bezirkspokalsieger des nördlichen Verbandsgebiets in Hannover an. Als erfolgreicher Titelverteidiger durfte der
BC GÖ-Uni wieder den Bezirk Hannover – Braunschweig vertreten.

Unserem Team wurde als Gegner im AF die Mannschaft aus Hamburg zugelost. Die Kämpfe werden über 48 Boards bestritten. Nach 32 gespielten Händen lag HH so weit zurück,nämlich mit 86 IMPs, dass die Mannschaft aufgab.

Im VF wurde uns dann ein schwerer Brocken zugelost – der BC Jan Wellem Düsseldorf. Deren Protagonisten, Ulrich Kratz, Bernhard Sträter, Tomasz und Barbara Gotard tragen zahlreiche deutsche und internationale Meistertitel.

So ging dann auch das erste Drittel mit 14 IMPs Rückstand verloren. Allerdings holten wir im zweiten Abschnitt einen hohen Vorsprung raus und bauten diesen im letzten Drittel nochmals deutlich aus. Am Ende summierte sich das zu einem, zumindest in der Höhe (122:52 IMPs), unerwarteten Sieg.

Damit ist unser Club wie im Vorjahr unter den letzten vier Titelaspiranten auf Bundesebene vertreten. Im letzten Jahr belegten wir letztlich Rang 4. Jetzt haben wir die Chance, das Ergebnis noch zu toppen.

Es spielten Julius Linde – Daniel Buse / Asok Lean – Klaus Spiegelberg. Zum erfolgreichen Team gehört außerdem Rosty Tykhonyuk.

Die Finalrunde, bestehend aus HF, Finale und Kampf um Platz 3 findet am 16. / 17. November statt. Der Spielort steht noch nicht fest.

Hier kann man alle Einzelheiten der Kämpfe nachverfolgen.

Ass im Sa

Boardnummer: 9
Teiler: Nord Gefahr: Ost/West
    B54    
    KB73    
    D7    
    AKD3    
D82     AK73
D1042     865
B643     105
98     10652
    1096    
    A9    
    AK982    
    B74    

 

An allen Tischen wurde von Nord 3 SA gespielt.

Offensichtlich können Ost/West 4 Stiche in Pik machen.

Wenn Ost nicht Pik angreift, dann wird Nord  sehr viele Stiche machen:

Er sammelt erst mal 4 Runden Treff ein. In der dritten Runde kann West noch entspannt ein Pik abwerfen, aber in Runde 4 gerät er unter Druck: wirft er ein zweites Pik weg, dann hat die Veteidigung nur noch 2 Pik-Stiche.

Alles andere ist aber noch schlimmer:

West muss nämlich alle seine roten Karten festhalten.

Wirft er ein Karo weg, dann folgen 5 Karo-Runden, wobei West wieder einen Abwurf finden muss. Coeur-Abwurf erlaubt, dass ihm die Dame herausgeschnitten wird. Danach gerät er in der vierten Coeur-Runde wieder unter Druck. Wenn West also versucht, die double Pik-Dame zu halten, dann hat Nord 13 Stiche außerhalb der Piks! Trennt sich West von den Piks, dann spielt Nord 4 Runden Karo und setzt West dran. Dann wird Nord vermutlich 11 Stiche machen. Aber die Verteidigung bekommt keinen Pikstich.

An allen Tischen wurde der Pik Angriff gefunden. Wenn Ost nach alter Väter Sitte die vierthöchste angreift, dann ist das Gegenspiel leicht. Schlecht wäre dieser Angriff, wenn  man Pik-Bube und -Dame vertauscht. Dannwird es aber wieder für West unangenehm: Er muss wieder seine roten Karten behalten, damit er überhaupt einen Stich macht. Wenn West sich von seinen Piks trennt, dann wird Nord auch 11 Stiche machen.

Deshalb haben sich alle entschlossen, das Pik Ass anzugreifen. Dummerweise wusste danach kein Ostspieler, wie es weitergehen soll, und alle haben den König abgezogen. West muss jetzt raten:

Wenn Ost den Buben hat (Womöglich sogar AKBxx), dann muss West jetzt die Dame deblockieren. Wenn Nord den Buben hat, dann ist es besser, sie zu behalten, damit man wenigstens 3 Pik-Stiche macht.

Anscheinend haben alle West-Spieler versucht, den Kontrakt zu schlagen und die Dame brav deblockiert. Das ist auch die richtige Spielweise. Der Fehler liegt bei Ost: Der Muss sich die Marke von West ansehen und in Runde 2 klein Pik spielen.

Fazit:

1.) Spielt der Partner gegen SA eine Hochfigur in einer von uns ungereizten Farbe (Ass, König oder Dame) aus,  dann fordert das immer dazu auf, eine eigene Double-Hochfigur zu deblockieren. Wenn man keine Double Figur hat  markiert man postiv-negativ. (Also bei Niedrig-Hoch Markierung gibt man von D82 die 2, von D8 die Dame und von 82 oder 852 die 8.)

2.) Wenn man selber eine Hochfigur angegriffen hat, dann sieht man sich die Marke des Partners an. Hat der positv markiert, dann spielt man entspannt klein weiter.

 

Julius Linde holt 2 weitere Meistertitel

Julius Linde hat im Laufe der Berliner Meisterschaftswoche 2 weitere Titel zu seiner Sammlung hinzugewonnen.

Zunächst war er zusammen mit dem Paar Sabine Auken – Roy Welland und seinem Partner Christian Schwerdt bei den dt. Teammeisterschaften 2019 erfolgreich. Die Ergebnisse im Detail finden sich hier.

Im Anschluss gewann er auch die dt. Paarmeisterschaft 2019, ebenfalls in Partnerschaft mit Christian Schwerdt. Die Ergebnisse im Detail finden sich hier.

Herzlichen Glückwunsch zu der grandiosen Leistung!

Jubiläumsfeier: 30 Jahre BC Göttingen-Uni!

Der Bridgeclub Göttingen-Uni wurde vor 30 Jahren gegründet und spielt seit dieser Zeit im Berliner Hof bei der Familie Sundmacher. Deshalb wollen wir uns am 17. August mit allen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern dort an der gewohnten Wirkungsstätte treffen und den Tag gemeinsam feiern.
Neben einer Festveranstaltung, mit hoffentlich unterhaltsamen Reden und gemeinsamen Essen, wird natürlich auch Bridge gespielt. Es wird ein Individual-Barometerturnier stattfinden. Geplant ist es, die Veranstaltung um 14 Uhr zu beginnen und um 20 Uhr den offiziellen Teil zu beenden.

Wir würden uns freuen, wenn auch zahlreiche ehemalige Mitglieder in den Berliner Hof kommen würden, um sich mit früheren Bekannten über die „gute alte Zeit“ zu unterhalten. Falls Übernachtungsmöglichkeiten benötigt werden, versuchen wir auch private Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Hierfür benötigen wir frühzeitige Anmeldungen zur Planung.
Gesucht werden noch alte Bilder und Geschichten, da zu der Veranstaltung eine Vereinschronik zusammengestellt werden soll.

Ein offizielles Festprogramm wird noch erstellt werden, aber wir bitten alle sich den Termin frei zu halten. Wer sich bereits anmelden will oder weitere Fragen hat, wende sich bitte an Klaus Spiegelberg (Email: klaus_spiegelberg@web.de; Tel. 05528-8663).

Einladung

Titel verteidigt!

Am 8. Juni hat das Team des BC GÖ-Uni das Finale des diesjährigen Pokalwettbewerbs des BHB gewonnen und damit den Titel von 2018 verteidigt.. Der Kampf gegen den BC Leinetal (in Neustadt am Rübenberge) endete mit 45 : 114 IMPs zu unseren Gunsten. Gespielt haben Julius Linde – Daniel Buse und Rosty Tykhonyuk – Klaus Spiegelberg.

BHB-Pokal-Finale erreicht

Am 1. Mai wurde das Halbfinale im BHB-Pokal zwischen dem BC GÖ-Uni und dem Club der Bridgeschule Göttingen ausgetragen. Nach interessantem Kampf unter Freunden in bekannter Umgebung setzte sich GÖ-Uni mit 103:30 IMPs durch und steht damit im Finale auf Bezirksebene. Alle Details finden sich hier. Fürs siegreiche Team haben die Paare Julius Linde – Daniel Buse und Asok Lean – Klaus Spiegelberg gespielt. Finalgegner wird der BC Leinetal sein.

Der BC GÖ-Uni bedankt sich sehr herzlich bei der Bridgeschule, die ihre Clubräume für die Austragung des Kampfes am Kreuzbergring zur Verfügung gestellt hat!

Neuer Bridgekurs im Sommersemester 2019

Im Rahmen des Hochschulsports wird im Sommersemester ein Bridge-Kurs für Anfänger angeboten. Er findet jeweils Dienstags von 18 bis 21 Uhr im Seminarraum E 0 im Sprangerweg 2 statt. Der Zugang erfolgt von außen und liegt hinter der Kletterwand. Die Leitung übernimmt Gerhard Elsner.

Der Kurs beginnt am 16. April. Die ersten beiden Termine am 16. und 23.04. liegen in den „Schnupperwochen“ und sind für jedermann zugänglich. Wer weiterhin mitmachen möchte, muss Mitglied im Hochschulsport werden. Dazu muss man kein Universitätsmitglied sein.
Informationen zum Kurs findet man im Sportangebot des Hochschulsports.

Abschluss des Uni-Kurses

Am 6. Februar wurde als Abschluss des Bridgekurses im Rahmen des Allgemeinen Hochschulsports das erste von 2 Übungsturnieren im Berliner Hof durchgeführt. Die Resonanz war richtig gut. Wir haben mit 5 Neulingen an 4,5 Tischen gespielt, wobei sich spontan gemischte Partnerschaften (Erfahrene und Neulinge) ergeben haben.

Dabei hat Sandra Mühlenbrock zusammen mit Günter Kassner einen sensationell hohen Sieg eingefahren. Herzlichen Glückwunsch!

Am kommenden Mittwoch findet wiederum ein Übungsturnier um 19:00 Uhr im Berliner Hof statt. Das wird dann ein Teamturnier sein. Alle Bridgespieler sind dazu wieder herzlich eingeladen!

1 2 3 9