Nicht nur bis 13, sondern auch bis 40 zählen!

Gestern kostete meine falsche Entscheidung unserem Team 1330 Punkte, bzw. 22 IMPs (-11 bekommen anstatt +11). Eine falsche Karte zu legen kann ganz ernsthafte Folgen haben! Ich kann mir nicht erinnern, wann das mir so vorgekommen ist (nicht, dass ich ein Board falsch spiele, sondern, dass es so schwer gewogen hat!).

Ich hatte als 3. Hand, alle in Gefahr:


B87
KD8
ADT6543

Ich eröffne 1T und nachdem mein Linkergegner (ein definitiv kreativer Spieler) 3 Karo reizt, kontriert mein Partner. Ich versuche 3SA. Das Gesetz von Hamman: „Wenn 3SA eine deiner Optionen ist, reiz 3SA.“ Schließlich habe ich ein Karostopper und mein Partner stoppt vermutlich die Pikks. Wenn kontriert, kann ich immer noch 4Treff oder 5 Treff reizen, je nachdem wie überzeugt die Gegner aussehen. 3SA wurde ausgepasst und die Coeur 6 ausgespielt:

B10974
K1093
10
B72


B87
KD8
ADT6543

Meine Partnerin stoppt schon die Pikks, aber sie ist etwa ein Ass zu schwach für eine Kontra auf 3-er Stufe. Aber immerhin (wie ich ihr auch gesagt habe) finde ich es einen guten Reflex, wenn jemand im Zweifelsfall die aktivere Aktion auswählt. (Das Problem ist dass das kein Zweifelsfall ist.)

Die Coeur 6 decke ich im Dummy mit dem 9, die Rechtergegnerin hat die Dame. Sie spielt die Karo 9 zurück, König, Ass (ducken hilft nicht, sie haben vermutlich Pikkübergänge). Jetzt kommt ein Coeur wieder, König, Ass. Karo wieder, Dame, klein. Sie haben kein Pik gespielt, das ist meine Chance! Ich habe schon ein Karostich bekommen und gleich kommen noch zwei Coeurs dabei. Wenn ich die Treffs finde, bin ich +1 sogar 😮 Und zwar 3SA+1 mit 17 Punkten insgesamt!

ich gehe zum Dummy mit Coeur, der Linkergegner wirft Pik ab. Der Treffbube wird natürlich von Ost nicht gedeckt, soll ich ihn laufen lassen oder nicht?

B1097
10

B72



8
ADT6543

Ich habe den Buben laufen lassen, und mein Linkergegner hat natürlich den single König. Hätte ich es wissen können? Ja!

Ich habe nämlich als 3. Hand eröffnet. Meine Rechtergegnerin hat mir schon 6 Punkte gezeigt (in Coeurs), und sie hat definitiv noch eine Pikfigur, vermutlich den König oder das Ass (sonst hätte der Linkergegner vielleicht das Pikass ausgespielt oder geswitcht). Sie hat definitiv den König nicht,
und ich musse darauf hoffen, dass der König meines Linkergegners sec liegt.

Bei uns ging es nun -7 (-700, nicht in Kontra) aber ich hätte +1 machen sollen (+630)

Manchmal (fast immer) ist es wichtig sowohl die Punkte wie die Karten zählen.

PS: natürlich können OW mein Kontrakt in mehreren Weisen schlagen. Aber ich habe meine Chance gekriegt und sie verspielt. OW machen übrigens 5 Karo. 4 Pik sieht besser aus, aber mit dem 5-0 geht es nicht. Die sehr breiten Sperreizungen sind ein zweischneidiges Schwert.

PPS: die Kontra von meinem Partner war sehr mutig (bin damit immer noch nicht einverstanden) aber dieses Board zeigt wiederum, dass zu aktiv zu reizen bringt immer wieder Vorteile. Wir hätten ein „unreizbares Vollspiel“ machen können dank der Kontra. Und sie hatte einigermaßen auch Pech, dass wir keinen Fit in den Oberfarben gefunden hatten. Danke Partner für die Chance und sorry dass ich versaut habe!

Trümpfe ziehen ohne die kurzen Trümpfe zu berühren

Du hast BTxxx xx AB Txxx und passt in 2. Position (du in Gefahr, die Gegner nicht). Die ätzende Gegner lassen euch aber leider nicht in Ruhe und die Reizung folgt wie:

P-P-2K-X (2K = Weak 2 in Karo)
4K-?

Du sagst mutig 4 Pik und wirst Alleinspieler. Dein Linkergegner greift Karo an:

AKD
AKDB9x
xx
xx

BTxxx
xx
AB
Txxx

Die Gegner sind wirklich ätzend. Ohne Karoangriff wäre das Spiel sehr einfach gewesen: 3 Runden Pik, und selbst wenn sie 4-1 oder 5-0 wären kann man zurück in die Hand kommen und die gegnerischen Trümpfe ziehen. Na ja, aber mit Pik 3-2 können wir gleich claimen.

1, Stich: Karo zum Ass.
2-3 Stich: Pik Ass, König. Dein linker Gegner wirft kleines Karo in der zweiten Runde! Echt ätzend wieder.

Nun möchte man alle Trümpfe ziehen von West bevor man die Coeurs genießen kann. Aber es gibt keinen Übergang zur Hand mehr. Was zu tun?

An unserem Tisch wurde noch eine Runde Pik gespielt und Coeurs angefangen mit der Hoffnung, dass der rechte Gegner genug Coeurs hat (nämlich 4). Das führte leider zu -2: 1 Karo, 1 Pik, 3 Treffs wurden abgegeben.

Ich war überrascht, wenn ich die Double-Dummy Analyse gesehen habe: man kann sogar +1 machen! Einfach am 4. Stich kann man Coeurs von oben spielen. Wenn West zweimal folgt sind 11 Stiche kalt: wenn er nämlich später einen Coeur sticht, können wir ihn überstechen und den letzten Trumpf ziehen während unseres Übergangs zu den Coeurs. Wir entwickeln so 3 Abwürfe und verlieren nur zwei Stiche in den Unterfarben. Eine elegante Linie, eigentlich einfach, aber irgendwie fiel mir sie nicht ein. Im Endeffekt haben wir dem Gegner einen Trumpf abgezogen ohne die kurze Seite (mit AKD) zu kürzen.

Das Spiel habe ich hier hochgeladen: https://tinyurl.com/tm45hre

PS: eine „logische“ Alternative scheint zu sein den Karobuben auf der Coeurdame abzuwerfen (wenn der Gegner sie schnappt). Das ist aber leider falsch und führt wieder zum Spielverlust. Die Gegner spielen drei Runden Treff, Dummy muss stechen (sonst haben wir schon 4 Stiche verloren) und der Coeurbube kann noch gestochen werden.

PPS: Weak Twos in Karo sind unterbewertet! 🙂

Bridgemaster Hand im echten Leben

In 4. Position, keiner in Gefahr, hast du:
AKD73
3
D762
AK5,
keine schlechte Hand, und die Reizung beginnt von deinem Links wie folgt:
1K – P – 1C – 1P
2T – 2P – p – ?
Eine Länge in einer Farbe des Linkengegners ist immer ein Problem (Dummy kann leicht überstochen werden), und Partner kann manchmal 2P reizen ohne volle Werte, und das ist ein Paarturnier, aber 18 sind 18 und man kriegt den Vollspielbonus auch bei Matchpoints. Deine 4P Reizung wird ausgepasst.

West spielt Karo Ass+König aus und Dummy, obwohl er keine 6 Punkte hat, bringt immerhin etwa 2 Stiche:

964
A87652
104
98 

AKD73 
3
D762
AK5

Ost zeigt ein Doubleton (8, 3) und West hört nicht auf – sie spielt die Karo 5 am 3. Stich. Was machst du?

Die ersten 3 Stiche waren sehr freundlich zu uns (wir gehen -1 oder -2 nach zB Trumpfausspiel oder Trumpfswitch), auch wenn es auf ersten Blick nicht so scheint. Wir werden jetzt nur zwei Karos verlieren plus wird Ost Dummy jetzt überstechen. Manchmal hat West BT bzw BTx, also wir können jetzt ruhig die Trumpf 9 spielen. Kein Problem, oder?

Doch gibt es ein Problem! Obwohl West erst Karos und dann Treffs gereizt hat, heißt das nicht, dass die Treffs nich länger sein können, als die Karos. Nachdem Ost die Pik 9 mit der Pik 10 übergetrumpft hat, hat sie auch den Treffschnapper übergetrumpft.

Die ganze Hand sah so aus:

image.png

War das nur Pech oder hätte ich was tun können? Ich hätte am 3. Stich statt Pik 9 (oder kleines Pik – beide waren falsch) treff abwerfen sollen. Das ist ein Beispiel der „loser on loser“ Techniks. Wenn Ost das Karo sticht, kann ich später sicherer ein Treff im Dummy stechen. Wenn Ost verweigert, das Karo zu stechen, kann ich ein Treff in Dummy stechen und Ost kann nur von seinem natürlichen Trumpfstich überstechen. Später brauche ich keinen Karoschnapper in Dummy mehr.

Und West, war sie chancelos nach Karo Ass-König? Auch nicht. Statt Karo 5 zurückzuspielen wäre Karo Bube oder 9 besser gewesen. Wenn ich dann Treff 9 oder 8 abwerfe, kann Ost meinen Manöver spiegeln und selber Treff abwerfen. Loser on loser on loser!

Eigentlich war West alles außer „chancelos“ beim 3. Stich: alle Karten außer Karo 5 (die vielleicht logisch aussieht) leiten zu einem undramatischen -1. Wenn sie Pik, Coeur, oder Treff spielt, kann ich weder Treff, noch Karo im Dummy stechen, denn Osts Trümpfe sind groß genug und lang genug. Genau, wie in vom Klaus geposteteten Board, „automatisch“ an Partner den Schnapper anbietet führt zum Schmerz 🙂

Die Frage ist, soll ich echt so „safe“ spielen? Ich glaube, die Antwort ist ja. Obwohl diese „Bridge Master Aufgaben“ oft nicht für MP-Turniere anwendbar sind („Safety Plays“ kosten öfter Überstiche, z.B. hier könnte West JT in Pik haben), hier handelt es um ein ganz knappes Vollspiel und nur ein sehr kleine extra Chance für einen Überstich. Mann könnte vielleicht sagen, dass West „nie“ 6-5 in den Unterfarben hat nach ihrem Pass, aber das wäre ipso facto falsch – sie hat ja gepasst.

Für weitere Analyse habe ich die Hand hier hochgeladen:

https://tinyurl.com/y2jjvtju


Zwei knifflige Verteidigungen

Hand 1

Die Reizung, beginnend bei Partner:

1 Treff* – 4 Treff** – X*** – alle passen

*nat. wie in Forum D

** Natürlich

*** Negativ

Man hält: Pik D1042, Coeur A9652, Karo K64, Treff 2

Als Angriff wird Pik 4 gewählt, der Dummy erscheint:

Pik KB63, Coeur 873, Karo B9753, Treff 6

Der Angriff läuft zur 9(!) des Alleinspielers und dieser setzt mit Treffass, -dame fort, die Partner mit König übernimmt. Der spielt nun Coeurdame, übernommen von König und Ass. Es folgt Karokönig, der den Stich macht und Partner markiert positiv. Was nun? Muss man raten, ob der Faller jetzt in Karo oder Coeur abgezogen werden kann? Wenn man sich falsch entscheidet droht, dass der AS seinen Verlierer (in der realistischen Annahme, dass AS eine 3 – 1(2) – 2(1) – 7 Verteilung hält) auf die 4. Pikrunde (Ass und Schnitt gegen die Dame) entsorgen könnte.
Nein. man muss nicht raten, Denn mit einem 4er Karo hätte Partner diese Farbe eröffnet. Der AS muss also 2 Karos haben.

Der AS hatte: Pik A97, Coeur K, Karo 108, Treff ADB10987. Hier die ganze Hand (Viertelfinale DBV-Pokal-Viertelfinale Dg 2 Bd 15) .

Hand 2

Man hält auf Süd Pik 109, Coeur AB8654, Karo 753, Treff B7 und eröffnet mit leichten Bedenken in 2. Hand 2 Coeur. West reizt 2 Pik, Partner auf Nord 3 Treff, non-forcing, Ost sagt 3 Pik und West sagt das Pik-Vollspiel an.

Partner greift mit Coeur 2 an und der Dummy kommt runter:

Pik B42, Coeur KD107, Karo D94, Treff 652

Es ist offensichtlich, dass Partner mit einem Singleton angegriffen hat, nachdem vom Tisch die Dame geordert wurde und der Stich mit dem Ass gewonnen wird. (Vereinbarte Ausspiele: 1., 3., 5.)

Es sieht völlig normal aus, jetzt Partner einen Schnapper zu geben. Sobald aber dieses Vorhaben umgesetzt wird, ist der Kontrakt nicht mehr zu schlagen. Partners Blatt sieht nämlich folgendermaßen aus:

Pik 7, Coeur 2, Karo KB1062,Treff AD10984. Er ist beim aktuellen Kartenstand (Bd 26) endgespielt. Der Clou ist, dass durch Verstechen eines kleinen Trumpfsingletons dem Gegner der Kontrakt geschenkt wird. Das hat doch was. Kommt nicht alle Tage vor!

Wenn in Stich 2 stattdessen Treff gespielt wird, nimmt Partner seine 2 Treffstiche und geht in Trumpf vom Stich und macht später noch einen Karostich für den Faller.

Ass im Sa

Boardnummer: 9
Teiler: Nord Gefahr: Ost/West
    B54    
    KB73    
    D7    
    AKD3    
D82     AK73
D1042     865
B643     105
98     10652
    1096    
    A9    
    AK982    
    B74    

 

An allen Tischen wurde von Nord 3 SA gespielt.

Offensichtlich können Ost/West 4 Stiche in Pik machen.

Wenn Ost nicht Pik angreift, dann wird Nord  sehr viele Stiche machen:

Er sammelt erst mal 4 Runden Treff ein. In der dritten Runde kann West noch entspannt ein Pik abwerfen, aber in Runde 4 gerät er unter Druck: wirft er ein zweites Pik weg, dann hat die Veteidigung nur noch 2 Pik-Stiche.

Alles andere ist aber noch schlimmer:

West muss nämlich alle seine roten Karten festhalten.

Wirft er ein Karo weg, dann folgen 5 Karo-Runden, wobei West wieder einen Abwurf finden muss. Coeur-Abwurf erlaubt, dass ihm die Dame herausgeschnitten wird. Danach gerät er in der vierten Coeur-Runde wieder unter Druck. Wenn West also versucht, die double Pik-Dame zu halten, dann hat Nord 13 Stiche außerhalb der Piks! Trennt sich West von den Piks, dann spielt Nord 4 Runden Karo und setzt West dran. Dann wird Nord vermutlich 11 Stiche machen. Aber die Verteidigung bekommt keinen Pikstich.

An allen Tischen wurde der Pik Angriff gefunden. Wenn Ost nach alter Väter Sitte die vierthöchste angreift, dann ist das Gegenspiel leicht. Schlecht wäre dieser Angriff, wenn  man Pik-Bube und -Dame vertauscht. Dannwird es aber wieder für West unangenehm: Er muss wieder seine roten Karten behalten, damit er überhaupt einen Stich macht. Wenn West sich von seinen Piks trennt, dann wird Nord auch 11 Stiche machen.

Deshalb haben sich alle entschlossen, das Pik Ass anzugreifen. Dummerweise wusste danach kein Ostspieler, wie es weitergehen soll, und alle haben den König abgezogen. West muss jetzt raten:

Wenn Ost den Buben hat (Womöglich sogar AKBxx), dann muss West jetzt die Dame deblockieren. Wenn Nord den Buben hat, dann ist es besser, sie zu behalten, damit man wenigstens 3 Pik-Stiche macht.

Anscheinend haben alle West-Spieler versucht, den Kontrakt zu schlagen und die Dame brav deblockiert. Das ist auch die richtige Spielweise. Der Fehler liegt bei Ost: Der Muss sich die Marke von West ansehen und in Runde 2 klein Pik spielen.

Fazit:

1.) Spielt der Partner gegen SA eine Hochfigur in einer von uns ungereizten Farbe (Ass, König oder Dame) aus,  dann fordert das immer dazu auf, eine eigene Double-Hochfigur zu deblockieren. Wenn man keine Double Figur hat  markiert man postiv-negativ. (Also bei Niedrig-Hoch Markierung gibt man von D82 die 2, von D8 die Dame und von 82 oder 852 die 8.)

2.) Wenn man selber eine Hochfigur angegriffen hat, dann sieht man sich die Marke des Partners an. Hat der positv markiert, dann spielt man entspannt klein weiter.

 

3SA sind ohne Mittelkarten schwierig!

 

Die folgende Hand machte uns beim Butlerturnier zu schaffen. An allen Tischen erreichte man einen 3SA Kontrakt von Süd.
DB
D75
A2
DB5432
62 K10975
A1098643
9863 DB75
K1098
A843
KB2
K104
A76

Die anderen bekamen mit Coeur-Angriff ein Tempo geschenkt.


Da fällt einem der Überstich locker aus der Hand.

An unserem Tisch kam Pik Angriff. Wie gemein!

Hätten Sie 3SA erfüllt?

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Hand der Woche – ein bösartiges Board

Vor vielen Jahren, als die Gummistiefel noch aus Holz waren und beim Bridge Karten mit der Hand gemischt wurden, ertappte ich zwei Spieler, die in der Aussetzrunde Boards mischen sollten, dabei, dass sie stattdessen „interessante Verteilungen“ von Hand steckten. Ich habe ihnen damals gesagt, das sei verboten.

Die Beiden erklärten mir ahnungslos, sie hätten doch keinen Vorteil davon, denn sie würden diese Boards ja gar nicht spielen. Ich habe ihnen versucht zu erklären, dass man Boards so stecken könne, dass nur starke Spieler geschädigt werden und man damit seine eigenen Chancen auf die vorderen Plätze verbessern könne. Ich glaube nicht, dass die Beiden mich verstanden haben.

Diesmal hat die Dupliziermaschine eine solch bösartiges Board produziert, das auf Spieler lauert, die den optimalen Spielplan wählen.

Board 6
Teiler: Ost, Gefahr: alle
3
87432
K863
854
A765 D8
AB D1095
A97 1042
AK109 DB63
KB10942
K6
DB5
72

Süd eröffnete mit einem Weak 2 in Pik, worauf West dann mit 3 SA Alleinspieler wurde. Nord spielte Pik 3 aus, West gewinnt den Stich mit dem Ass und muss zusehen, dass er neun Stiche bekommt, ohne das Süd zu Stich kommt.

Kein Problem: Man geht zur ♣ Dame , schneidet zum Buben, zieht das Ass ab und hat 4 Treffs, 4 Coeurs und zwei Asse. Kinderleichte 10 Stiche.

Und wenn der Coeur König nicht sitzt, dann sind es eben 9.

Dennoch sind einige gefallen, die diesen kinderleichten Plan anscheinend nicht gewählt haben.

Und das ist kein Zeichen für schlechtes Bridge!

Nehmen wir mal an, man geht mit Treff zum Tisch, aber der König fällt weder in der ersten noch in der zweiten Runde.

Dann hat der Alleinspieler erst 2 -Stiche. Er kommt zwar mit ♣Bube  zum Tisch, aber die Coeurs sind noch nicht hoch. Also hat man jetzt nur noch zwei Coeur-Stiche, und kann 3 SA nicht mehr erfüllen. Letztlich funktioniert der kinderleichte Plan nur, wenn der König single oder double steht. Und das hat eine Chance von mageren 16%.
Süd hat bei seinem Weak two 6 Piks und wahrscheinlich keine 4 Coeurs.
In etwa 80% der Fälle wird daher Nord den König haben, und dann kann man immer erfüllen, wenn man sofort Ass und Bube spielt. Jetzt kommt man noch zweimal zum Tisch; einmal um den König herauszutreiben, und einmal, um den dritten Coeur zu kassieren. Nur in dem mit 10.5% ziemlich seltenen Fall, das Süd den Double König hat, ist dieser Plan weniger erfolgreich.

Wer dagegen jeden Schnitt spielt, den er sieht, wird diese Klippe locker umschiffen.

Hand der Woche 48/17 – BHB-Simultanturnier

Board 19 vom 27.12. Teiler Süd, Gefahr OW

Achtung: Squeeze droht!

 KD3
652
KB
KB954
B1062 98
DB93 104
1084 A96532
73 D106
A754
AK87
D7
A82

Der populäre Kontrakt ist 3 SA von Süd. Dies ist ein Glück, denn wenn Ost hätte angreifen dürfen, wären 8 Stiche das absolute Maximum gewesen. Von West hingegen ist die Coeurdame der normale Auftakt.  » Weiterlesen

Hand der Woche 43/17

Board 1 vom 23. Oktober 2017

Teiler: Nord, Gefahr: Keiner

West                Ost

K965                A73
98632              
A                     K742
982                  ADB1043

West  Nord  Ost  Süd
            1♠        2♣      X
3♣     Pass    Pass    Pass

So oder ähnlich verlief die Reizung an den meisten Tischen. Jedenfalls ist Ost in einem 3♣-Kontrakt gelandet und Süd spielt B aus. Jetzt heißt es Nachdenken und einen Spielplan entwickeln. Damit sollte der Alleinspieler mindestens 11 Stiche erzielen!
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Hand der Woche – ein Kleinod (aus Pula 2017)

In einem Pikkontrakt ist Süd als Alleinspieler (AS) am Stich und setzt in dieser Endposition mit Karo fort:

65
3
K8
3
10
10 D
B
63

West nimmt die 10 und der AS darf jetzt am Tisch nicht stechen. Ost würde überstechen, den letzten Trumpf ziehen und damit Rest machen. Wenn der Dummy abwirft, ist Ost machtlos. Wenn er Treff abwirft, wird der Pikbube in der Folge promoviert, wenn er sticht, macht nach Ziehen des Pikkönigs der verbleibende kleine Trumpf am Tisch den letzten Stich. Dies ist an sich kein schwieriges Problem, jedoch muss der AS dem Reflex widerstehen, die Karo 10 zu stechen. KS

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